Warum die Grippe für die Zähne gefährlich sein kann?

Die Grippe wird meist als eine Erkrankung wahrgenommen, die vor allem Atemwege, Muskeln und den allgemeinen Gesundheitszustand betrifft. Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen und starke Erschöpfung stehen dabei im Vordergrund. Weniger bekannt ist jedoch, dass eine Grippe oder ein grippaler Infekt auch Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben kann. In manchen Fällen klagen Betroffene sogar über Zahnschmerzen, obwohl kein offensichtliches Zahnproblem vorliegt (https://de.wikipedia.org/wiki/Influenza).

Ein wichtiger Faktor ist das geschwächte Immunsystem. Während einer Grippe arbeitet der Körper auf Hochtouren, um Viren zu bekämpfen. Dadurch kann die Abwehr gegen Bakterien im Mundraum nachlassen. Das begünstigt Entzündungen des Zahnfleisches oder bestehende, bisher unauffällige Probleme wie Karies oder Parodontitis können sich verschlimmern. Schmerzen entstehen dann oft indirekt, weil entzündetes Gewebe empfindlicher reagiert.

Ein weiterer Zusammenhang besteht über die Nasennebenhöhlen. Diese liegen anatomisch sehr nahe an den Zahnwurzeln des Oberkiefers. Bei einer Grippe oder Erkältung sind die Nebenhöhlen häufig entzündet oder mit Sekret gefüllt. Der entstehende Druck kann auf die Zahnwurzeln übertragen werden und Schmerzen verursachen, die sich wie Zahnschmerzen anfühlen. In solchen Fällen liegt die Ursache nicht im Zahn selbst, sondern in der entzündeten Kieferhöhle. Dieses Phänomen wird häufig unterschätzt und kann Betroffene verunsichern. Ähnliche Zusammenhänge werden auch in verschiedenen zahnmedizinischen Fachbeiträgen beschrieben, etwa im Kontext von Zahnschmerzen bei Erkältungen (https://www.oralchirurgie-pinnau.de/blog/zahnschmerzen-bei-erkaeltung).

Auch Mundtrockenheit spielt eine Rolle. Während einer Grippe trinken viele Menschen weniger, sei es wegen Fieber, Halsschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein. Zusätzlich können Medikamente wie abschwellende Mittel oder Schmerztabletten die Speichelproduktion reduzieren. Speichel ist jedoch wichtig, um Bakterien zu neutralisieren und die Zähne zu schützen. Ein trockener Mund begünstigt Karies und kann das Zahnfleisch reizen.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die veränderte Mundhygiene während einer Erkrankung. Wer sich krank fühlt, vernachlässigt oft das gründliche Zähneputzen oder die Verwendung von Zahnseide. Gleichzeitig greifen viele zu zuckerhaltigen Tees, Bonbons oder Lutschpastillen, um Halsschmerzen zu lindern. Diese Kombination kann die Zahngesundheit zusätzlich belasten und bestehende Schwachstellen verschärfen.

Auch Zähneknirschen oder -pressen kann während einer Grippe zunehmen. Fieber, Stress und Schlafstörungen führen bei manchen Menschen zu unbewusstem Pressen der Kiefermuskulatur. Das kann Zahnschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne zur Folge haben.

Um die Zähne während einer Grippe zu schützen, ist es wichtig, trotz Krankheit auf eine möglichst gute Mundhygiene zu achten. Regelmäßiges, sanftes Zähneputzen, ausreichendes Trinken und der Verzicht auf übermäßigen Zuckerkonsum können helfen, das Risiko zu reduzieren. Bei anhaltenden oder starken Zahnschmerzen sollte ärztlicher oder zahnärztlicher Rat eingeholt werden, um die Ursache abzuklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Grippe zwar keine direkte Zahnerkrankung ist, aber durch verschiedene indirekte Faktoren durchaus negative Auswirkungen auf Zähne und Zahnfleisch haben kann. Ein bewusster Umgang mit der eigenen Mundgesundheit ist daher auch in Krankheitsphasen von großer Bedeutung. (https://d-nb.info/1028342160/34)

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